Antisemitische Äußerung oder Propaganda

„Yalla Intifada“ und Todesrufe gegen Israels Armee bei Berliner Demonstration

Bei einer Demonstration in Berlin riefen Teilnehmer „Yalla Intifada“, „Death to the IDF“ und verlangten ein einziges Palästina anstelle Israels. Greta Thunberg trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „YALLA INTIFADA“.

Ort: Berlin · Datum: 11.07.2026

Kontext: Politische Veranstaltung oder Demonstration

Rund 1.800 Menschen nahmen am 11. Juli 2026 an der Demonstration „Wedding ohne Waffen. Gemeinsam gegen Krieg“ in Berlin-Gesundbrunnen teil. Der Aufzug begann gegen 14 Uhr am Hanne-Sobek-Platz vor dem Bahnhof Gesundbrunnen und zog in Richtung des Berliner Rheinmetall-Geländes. Aufgerufen hatte das Bündnis „Rheinmetall entwaffnen“, das sich gegen die geplante Herstellung von Teilen für Artilleriemunition am bisherigen Automobilstandort des Konzerns richtete.

Der Protest gegen Rüstungsproduktion wurde jedoch von offenen Aufrufen zur Intifada, Todesrufen gegen Angehörige der israelischen Armee und Forderungen nach der Beseitigung Israels begleitet. Teilnehmer riefen unter anderem „Yalla, yalla, Intifada“, „Lang lebe die Intifada“ und „Intifada revolution“.

Der Begriff Intifada bedeutet Aufstand. Im Zusammenhang mit Israel erinnert er insbesondere an zwei längere Gewaltwellen zwischen 1987 und 1993 sowie zwischen 2000 und 2005. Vor allem während der zweiten Intifada wurden israelische Zivilisten bei Selbstmordanschlägen in Bussen, Restaurants, Hotels und anderen öffentlichen Orten ermordet. Ein Aufruf zur Intifada ist deshalb in diesem Zusammenhang nicht von der Geschichte terroristischer Gewalt gegen israelische Juden zu trennen.

Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg nahm an der Demonstration teil und trug ein schwarzes T-Shirt mit der groß gedruckten Aufschrift „YALLA INTIFADA“. Über ihren Schultern lag eine Kufiya. Damit griff sie sichtbar denselben Intifada-Aufruf auf, der während der Demonstration skandiert wurde. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass Thunberg jeden weiteren Ruf oder jedes gezeigte Plakat persönlich unterstützte. Die Aufschrift ihres T-Shirts war jedoch eine eigene, öffentlich sichtbare Botschaft.

Teilnehmer riefen außerdem „Death, death to the IDF“ und „Death, death to the IOF“. „IDF“ ist die englische Abkürzung für die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte. „IOF“ ist eine abwertende Umbenennung der israelischen Armee. Die Rufe richteten sich nicht gegen eine bestimmte militärische Entscheidung oder einzelne Verantwortliche, sondern verlangten pauschal den Tod von Angehörigen der israelischen Streitkräfte.

Weitere Parolen lauteten „There is only one state, Palestine 48“ und „Huriya, huriya, Falasteen arabiya“, übersetzt: „Freiheit, Freiheit, Palästina ist arabisch“. Die Bezugnahme auf das Jahr 1948 beschreibt kein palästinensisches Staatsgebiet neben Israel. Sie richtet sich gegen die Staatsgründung Israels und beansprucht das gesamte Gebiet als ausschließlich palästinensisch beziehungsweise arabisch. Jüdische Selbstbestimmung und die weitere Existenz Israels werden damit ausgeschlossen.

Auf Bannern und Plakaten standen unter anderem „Deutschland ist Komplize! Keine Waffen für Genozid!“, „Besatzer raus aus Palästina und Libanon!“ sowie „ALL COLONIZERS ARE BASTARDS“. Zu sehen waren palästinensische Fahnen, Flaggen des iranischen Regimes und Symbole verschiedener linker Gruppen und Parteien, darunter Young Struggle, Linksjugend solid und Die Linke. Das sichtbare Auftreten dieser Zeichen belegt nicht, dass jede genannte Organisation für sämtliche Parolen verantwortlich war.

Nach Angaben der Berliner Polizei kam es aus dem Demonstrationszug heraus zu mehreren strafbaren Handlungen. Teilnehmer vermummten sich, brannten Pyrotechnik ab und riefen strafbare Parolen. Größere Gruppen versuchten mehrfach, in Richtung des Rheinmetall-Geländes auszubrechen. Die Polizei nahm 15 Menschen fest und beendete die Versammlung gegen 19 Uhr.

Der Vorfall zeigt, wie ein Protest gegen Waffenproduktion als Bühne für Aufrufe zur Gewalt gegen Israel und zur Abschaffung des jüdischen Staates genutzt wurde. Wer „Intifada“ fordert, Todesrufe gegen Israels Soldaten verbreitet und ein Palästina im Gebiet von 1948 verlangt, protestiert nicht lediglich gegen einen Rüstungskonzern. Er trägt den Nahostkonflikt als offene Feindschaft gegen Israel auf Berliner Straßen.