Hakenkreuz in Nottulner Gedenktafel geritzt
Unbekannte ritzten ein Hakenkreuz in eine Gedenktafel für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Tafel erinnert ausdrücklich an 13 jüdische Menschen aus Nottuln, die während der Shoah ermordet wurden.
Ort: Nottuln, Nordrhein-Westfalen · Datum: 17.07.2026
Kontext: Gedenkort
Am 17. Juli 2026 bemerkte eine Person im historischen Ortskern von Nottuln ein Hakenkreuz auf einer Gedenktafel für die örtlichen Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Das Zeichen war nicht lediglich aufgemalt, sondern in die Tafel geritzt worden. Dadurch wurde der Erinnerungsort gezielt und dauerhaft beschädigt.
Die Gedenktafel erinnert an sämtliche Nottulner Opfer des Nationalsozialismus und nennt ausdrücklich 13 jüdische Einwohner, die während der Shoah ermordet wurden: Julchen Glaser, Isidor Lippers, Hugo Lippers, Siegfried Wertheim, Martha Lippers, Berta Kahn, Walter Heimbach, Martha Glaser, Erich Stehberg, Margarethe Marcus, Bertha de Groot, Julia Gerson und Ursula Gerson.
Das jüngste der genannten Opfer, Ursula Gerson, wurde 1936 geboren. Sie war noch ein Kind, als sie zusammen mit ihrer Mutter Julia deportiert und in Auschwitz ermordet wurde.
Die Platzierung des Hakenkreuzes auf einer Tafel, die an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen erinnert, gibt der Sachbeschädigung ihren eindeutigen geschichtspolitischen und antisemitischen Gehalt. Das Kennzeichen der Täter wurde ausgerechnet in einen Ort des Gedenkens an jene Menschen geritzt, die unter diesem Zeichen verfolgt und ermordet wurden.
Die Person, die das Hakenkreuz entdeckte, meldete den Vorfall bei der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen und erstattete Anzeige bei der Polizei. Angaben zu Tatverdächtigen, dem genauen Tatzeitraum oder zur Höhe des Schadens wurden bislang nicht veröffentlicht.