Antisemitische Parolen, Hamas-Verherrlichung und Drohungen bei Demonstration in Berlin
Bei einer antiisraelischen Demonstration in Berlin-Mitte wurden am 1. August 2026 zahlreiche antisemitische und gegen die Existenz Israels gerichtete Parolen verbreitet. Teilnehmer bezeichneten Israel unter anderem als „Kindermörder“ und „Babymörder“, zeigten ein Plakat mit der Aufschrift „CHILDREN KILLERS ISRAHELL“ und skandierten „We want 48, we will get 48“. Nach Angaben des JFDA wurden außerdem die Qassam-Brigaden der Hamas verherrlicht und israelische Passanten bedroht.
Ort: Berlin · Datum: 01.08.2026
Kontext: Politische Veranstaltung oder Demonstration
Hier würde ich nicht alles undifferenziert als antisemitisch bezeichnen. Die Aussage „ZIONISM = TERRORISM“ allein reicht meines Erachtens für HatePins noch nicht als stärkster Beleg. Politische oder auch radikale Kritik am Zionismus kann nicht automatisch mit Antisemitismus gleichgesetzt werden.
Der Kontext verändert die Bewertung aber grundlegend.
Auf dem betreffenden Plakat war die israelische Flagge dargestellt und der Davidstern durchgestrichen. Daneben wurde Israel mit „ISRAHELL“ dämonisiert. Teilnehmer riefen außerdem „Kindermörder Israel“ und „Babymörder Israel“. Die Amadeu Antonio Stiftung ordnet diese Kindermordvorwürfe als Anknüpfung an die historische antisemitische Ritualmordlegende ein.
Noch eindeutiger ist:
„We want 48, we will get 48!“
Gemeint ist nach dem dokumentierten Zusammenhang das gesamte Gebiet des 1948 gegründeten Staates Israel. Gleichzeitig wurden Haifa und Jaffa ausdrücklich beansprucht. Es geht damit nicht um eine Forderung nach einem palästinensischen Staat neben Israel, sondern um die Beseitigung des bestehenden jüdischen Staates. Das JFDA dokumentierte diese Rufe ebenfalls für die Demonstration.
Hinzu kommen laut JFDA arabische Rufe, in denen bewaffneter Kampf und Märtyrertod verherrlicht worden seien. Nach der Dokumentation wurden dabei auch die Qassam-Brigaden, der militärische Arm der Hamas, gehuldigt. Außerdem soll ein Teilnehmer aus dem Samidoun-Umfeld israelische Passanten bedroht haben.
Dokumentiert sind darüber hinaus Rufe wie „Death, death to the IOF“ sowie iranische Staatsflaggen innerhalb der Demonstration. Der Gegenprotest mit Israel- und Davidsternflaggen wurde unter anderem mit „Kindermörder Israel“ beschimpft.