Antisemitische Äußerung oder Propaganda

Antisemitische Parolen auf linksislamistischer Demonstration

Auf einer linksislamistischen Demonstration in Berlin riefen Teilnehmer „Israel verbrennt Kinder“ und „Death to the IDF“. Weitere Parolen bestritten Israels Existenzrecht. Ein Plakat ehrte die Führer des iranischen Regimes Ali Chamenei und Ruhollah Chomeini.

Ort: Berlin · Datum: 18.07.2026

Kontext: Öffentlicher Raum, Politische Veranstaltung oder Demonstration

Unter dem Motto „Unterdrückte aller Länder, vereinigt euch“ zogen am 18. Juli 2026 linke und islamistische Gruppen gemeinsam durch Berlin-Kreuzberg und Tempelhof. Die angemeldete Demonstration begann um 14 Uhr auf dem Mittelstreifen der Gneisenaustraße zwischen Zossener Straße und Solmsstraße. Ihre Route führte über den Mehringdamm und den Platz der Luftbrücke bis zum Tempelhofer Hafen.

Während des Aufzugs riefen Teilnehmer: „Israel verbrennt Kinder, Donald Trump steckt dahinter! Israel tötet Kinder, USA steckt dahinter.“ Die Parole beschränkte sich nicht auf Kritik an einem bestimmten militärischen Vorgehen. Sie stellte Israel pauschal als Staat dar, der Kinder absichtlich verbrenne und töte. Die Amadeu Antonio Stiftung ordnet diese Darstellung als moderne Form der antisemitischen Ritualmordlegende ein.

Weitere Rufe lauteten „Intifada revolution, stoppt den Krieg, Palästina bis zum Sieg“, „Death, death to the IDF“ und „Death, death to the IOF“. „IOF“ ist eine abwertende Umbenennung der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte. Mit den Todesrufen wurde Gewalt gegen Angehörige der israelischen Armee ausdrücklich befürwortet.

Demonstranten riefen außerdem „Huriya, huriya, Falasteen arabiya“, auf Deutsch: „Freiheit, Freiheit, Palästina ist arabisch.“ Diese Parole beansprucht das gesamte Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer als ausschließlich arabisch und bestreitet damit das Recht Israels auf staatliche Existenz.

Auf Schildern und Kleidungsstücken waren unter anderem die Aufschriften „ISRAELIS the Real Terrorist“ und „NEVER AGAIN MEANS NEVER AGAIN“ zu sehen. Ein Plakat würdigte Ali Chamenei und Ruhollah Chomeini, die maßgeblichen Führungsfiguren der Islamischen Republik Iran. Zudem wurden Flaggen des iranischen Regimes, palästinensische Fahnen und Fahnen der Partei MERA25 gezeigt. An einem Lautsprecherwagen hing eine Fahne der Linksjugend solid. Daraus allein lässt sich keine organisatorische Verantwortung sämtlicher abgebildeter Gruppen für jeden einzelnen Ruf ableiten. Ihre Symbole waren jedoch sichtbar Bestandteil des Aufzugs.

Wie weit die politische Wirklichkeit innerhalb dieser Demonstration verschoben war, zeigte eine weitere Szene: Als eine Teilnehmerin neben der Freiheit Palästinas, Kubas und anderer Länder auch einen freien Iran forderte, widersprach ihr ein Mann öffentlich. Frauen im Iran besäßen bereits Freiheit, behauptete er. Die Unterdrückung iranischer Frauen durch das islamistische Regime wurde damit auf einer angeblichen Befreiungsdemonstration ausdrücklich bestritten.

Der Vorfall dokumentiert ein Bündnis, in dem Teile der politischen Linken und Anhänger eines islamistischen Regimes ihre Unterschiede zurückstellten, sobald sich die gemeinsame Feindschaft gegen Israel richten ließ. Während ein Staat verherrlicht wurde, der Frauen, Andersdenkende, religiöse Minderheiten und queere Menschen verfolgt, wurde der jüdische Staat als Kindermörder dargestellt und seine Beseitigung in Parolen verlangt.